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FALLSTUDIE DIALOG IM DUNKELN



 

Hintergrund und Herausforderung   

 

Deutschlandweit sind 78.000 Menschen erblindet, 29% davon sind zwischen 18  und 65 Jahre alt und könnten daher eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen oder einen Beruf ausüben. Die Arbeitsvermittlung blinder und sehbehinderter Menschen gestaltet sich aber als äußerst schwierig. Es fehlt an blindengerechten Arbeitsplätzen. Darüber hinaus sehen viele Menschen das Potenzial ihrer Mitbürger auf Grund der Behinderung nicht. Blinde fühlen sich häufig ausgegrenzt und nicht respektiert. Sehenden hingegen fehlt es oft an Einfühlungsvermögen gegenüber den Blinden. 

 

 

Die unternehmerische Lösung   

 

An dieser Stelle knüpft das Konzept von „Dialog im Dunkeln®“ an. In vollständig abgedunkelten Ausstellungen tauschen Blinde und Sehende die Rollen. Mit Hilfe von Düften, Wind, Temperaturunterschieden, Tönen und Texturen wird eine alltägliche Umgebung nachempfunden, durch die Besuchergruppen von Blinden geführt werden. In der Dunkelheit verlieren sehende Menschen ihre Sicherheit - sie müssen sich bei der Orientierung auf die Hilfe ihres blinden Guides verlassen. Als "verkehrte Welt" wird der Besuch der Ausstellung zu einer nachhaltigen Erfahrung im Erleben von Integration und Akzeptanz. Der Dialog im Dunkeln wurde weltweit bisher an über 160 Orten (in 110 Städten) in mehr als 30 Ländern präsentiert. Über 6 Millionen Besucher haben die Ausstellung erlebt, durch die mehr als 6.000 Blinde und Sehbehinderte einen Arbeitsplatz gefunden haben. Die Vermittlungsquote der Blinden in eine andere Festanstellung liegt bei 40 %.

 

Das Produktportfolio von „Dialog im Dunkeln®“ umfasst Führungen und Abendessen im Dunkeln für Gruppen, pädagogische Workshops für Kinder, Jugendliche und Schulen, sowie Seminare und Trainings für Führungskräfte und Teams von Unternehmen. Die Marke „Dialog im Dunkeln®“ wird über drei Gesellschaften vertrieben. Die beiden dauerhaften Ausstellungen in Deutschland befinden sich unter dem Dach der Consens Ausstellung GmbH Hamburg, bzw. der Dialogmuseum GmbH Frankfurt. Die Skalierung des Geschäftskonzepts durch ein Franchise – System mit Partnern im In- und Ausland erfolgt über die Dialogue Social Enterprise GmbH. Zum Portfolio der Dialogue Social Enterprise GmbH gehört neben dem „Dialog im Dunkeln®“ auch das Ausstellungskonzept "Dialog im Stillen®", welches sich mit  non- verbaler Kommunikation zwischen Gehörlosen und Hörenden Menschen auseinandersetzt. „Dialog im Stillen®“ hat seit 1998 an 12 Standorten in 8 Ländern stattgefunden.

 

An den Standorten Hamburg und Frankfurt arbeiten in Summe 64 Festangestellte, sowie 110 Mitarbeiter auf Gelegenheitsbasis. In Hamburg beträgt der Anteil der Menschen mit Behinderung an der Gesamtzahl der Angestellten 54 % (bei den Festangestellten sogar 75 %), bzw. in Frankfurt 64 %. Die Dialogue Social Enterprise GmbH hat im Zeitraum 2005 bis 2009 ein Umsatzwachstum von 30 % pro Jahr verzeichnet, die Dialogmuseum GmbH 2005 – 2008 ein Umsatzwachstum von 109 % pro Jahr. Die Eigenkapitalquote der Consens Ausstellung GmbH betrug am 31.12.2008 8,2% bei einer Bilanzsumme von 338.457,43 €. Die Auslastung von „Dialog im Dunkeln®“ in Hamburg beträgt 90 %.

 

 

 

Der Social Entrepreneur   

 

1986 entwickelte Dr. Andreas Heinecke (* 1955) das Konzept „Dialog im Dunkeln®“. Nachdem er 8 Jahre für die Frankfurter „Stiftung Blindenanstalt“ tätig war, gründete er 1996 sein eigenes Unternehmen und begann mit einer internationalen Wanderausstellung bis er 2000 in Hamburg den „Dialog im Dunkeln®“ als Dauerausstellung etablierte. Dr. Andreas Heinecke wurde für seine Leistungen vielfach mit Preisen geehrt. Unter anderem wurde er als erster Ashoka Fellow in Westeuropa in das Netzwerk der Organisation aufgenommen. 2007 wurde er von der Schwab Foundation als Global Fellow ausgezeichnet.

 



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